02.14.08

Zum Valentinstag!

Veröffentlicht in Kolumnen tagged um 6:22 von boesepueppi

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14.02. ist Valentinstag … der Tag der Verliebten. Genau genommen der Tag, an dem die holländischen Gewächshäuser endlich ihren Bestand an chemisch konservierten Blümchen, mit neutraler Duftnote, unter’s romantisch verklärte Volk bringen können. Cash and go! Der nächste bitte!

Ein ungutes Gefühl beschlich mich, als ich heute morgen, zwischen der ersten und zweiten Tasse Kaffee, meinen Email-Account öffnete. Als hätte ich’s geahnt, purzelte mir sogleich eine Spamflut romantischer Allerweltslyrik entgegen. Im Attached … die Grafik zum geklonten Poesiealbumvers. Herzen, Rosen und Putten, mehr als das menschliche Auge verkraften kann, als Piktogramm für schwülstige Liebesbeichten.

“Highlight of the Day” war eine Gratispostkarte aus dem Realmarkt, die mich per Post erreichte. Auf dem Cover die Abbildung eines Osterhasen, der da sprach: ” Du bist mein Goldhäschen. Schön, dass es Dich gibt!” Ich verzichtete darauf, dem cleveren Hasen zu widersprechen. Für mich klang es herzlich und aufrichtig.

Das - sage und schreibe - selbstverfasste Gedicht auf der Rückseite des zukunftsweisenden All-in-one-Kärtchens, erspare ich der geneigten Leserschar. Ist sicher besser so!

In diesem Sinne … be my Valentine!

Rettungsanker Singlebörse

Veröffentlicht in Kolumnen tagged um 12:59 von boesepueppi

Das Medium das die Beziehungsunfähigkeit fördert

Na, auch gelandet auf dem Marktplatz der Eitelkeiten? Eingetaucht in die virtuelle Wirklichkeit all dieser Supermänner und -Frauen?
Hier gibt’s nur Menschen ohne Fehl und Tadel. Immer noch angetrieben von juvenilen Idealen erster Liebe. Mittlerweile allerdings erweitert um die Erfahrung ihres Scheiterns und natürlich um den Wunsch nach völliger Integrierbarkeit des Partners in spé in den eigenen Mikrokosmos. Kompromisslos!
Nie wieder dies, nie wieder jenes … heute weiß man schließlich was man will. Ex und hopp … nicht noch mehr Zeit verlieren … und nur nichts investieren!

Selektion körperlicher Abweichungen vom Idealbild nach dem Katalogprinzip. Nur leider entsprechen die Fotos nicht der Realität! Aufrichtigkeit ist ja nicht erforderlich! Sofort wird ein Date ausgemacht. Himmel, was kommt denn da? Viel zu dick, zu dünn, zu jung, zu alt, zu klein, zu groß, zu hässlich … nee, so hatte ich mir ihn/sie nicht vorgestellt. Enttäuschung macht sich breit.

Eins steht fest: trotz all der Reife voraussetzenden Wunscheigenschaften: Gebrauchsspuren oder gar Fehler unerwünscht!!! Jugendlich unbekümmert soll er/sie sein, toll aussehen, tolerant sein, treu, erfolgreich und akademisch gebildet … über ein dickes Bankkonto verfügen, aber unabhängig und selbstständig sein … Sollte auch immer Zeit für uns haben und sich völlig unserem Leben anpassen und überhaupt unser Gegenstück sein. Selbst werden wir aber unseren Ansprüchen nicht gerecht!!!

Die/der Nächste bitte … sich mit jemandem auseinandersetzen ist zu aufwendig. Benehmen, Höflichkeit, Kompromisse? Pure Zeitverschwendung und daher überflüssig!
Der/die Auserwählte ist zu belehren … Partnerschaft? Beziehung? Nein danke! Ich suche nur Abwechslung, ein ONS oder eine Affäre, denn meine Ehe ist eintönig … eigentlich will mich nicht binden. Verantwortung übernehmen? Fehlanzeige! Triebbefriedigung ist das Schlagwort! Liebe ist nur ein Wort …nur die Begierde zählt!

Bitte nicht vergessen, lustig sollte er/sie sein, schließlich will ich zum lachen gebracht werden … bin ja selbst keine Spasskanone. Wir leben immerhin in einer Spaßgesellschaft! Reden, nu’ aber nicht über etwas wirklich Interessantes, Zeitgeschehen, Politik, Geschichte o.ä….zwar bin ich anspruchsvoll, aber voller Vorurteile … eine ernsthafte Unterhaltung? Ach nö, ich möchte nur Spass!

Einige sind zwar modern, emanzipiert und aufgeschlossen, aber in gewissen Dingen sehr konservativ. Na gut, Aussehen ist nicht so wichtig. Eine Erkenntnis die man ja spätestens ab den 30ern gewonnen haben sollte. Denn was nutzt der schönste Mund, wenn er /sie nur Stuss redet und dabei auch noch Zigarettenrauch herauskommt? Also doch erstmal ein erforderlicher Wellenlängencheck?

Ich telefoniere heute und rede von einem Date. Im Hinterkopf wird schon der Text für den Laufpass entworfen, der dann später per Mail zugeht. Ehrlichkeit ist ja nicht erforderlich!

Das Profil ist modern und abwechslungsreich … carpe diem … lebe dein Leben. Hmm, es ist so schwer sich selbst zu beschreiben … frag’ mich doch einfach … mir fällt nix ein, aber unterhalten möchte ich bitte schön werden, auch wenn ich selbst unfähig bin zu formulieren und mich zu artikulieren!

Ich orientiere mich neu … in der Wohnung ist zwar noch dem/der Partner/in, aber das ist doch egal! Sobald sich was Besseres findet wird sie/er abserviert! Bin ganz schön verletzt worden. Na ja, habe mich wieder mit ihm/ihr getroffen. Es war wie in alten Zeiten. Wir werden uns wieder öfter sehen …Bin noch nicht offen für eine neue Beziehung. Ist doch egal wenn sich da ein zuverlässiger Mensch Hoffnungen gemacht hat. Was, du möchtest dich abmelden? Bleib doch noch, damit ich noch jemanden in Reserve habe, falls es wieder nix wird mit dem Ex!

Wir werden unsere Dualseele schon noch finden. Einen/eine die mit ihren telepathischen Fähigkeiten nicht nur immer genau weiß was wir fühlen, sondern sich stets danach verhält … uns die Sterne vom Himmel holt und jeden Wunsch von den Augen abliest.

Ist doch klar das ich mich nun vom SinglemarktX abmelde, jetzt wo wir uns kennen gelernt haben. Aber, ich sage nicht das ich noch an der SinglebörseY angemeldet bin. Wird schon nicht bemerkt, dass ich nur meinen Marktwert teste! Und beim SinglemarktY wird dann fleissig weiter gesucht, ob sich nicht der Traumprinz/Prinzessin findet. Genauso mache ich es!

Hat es sich denn immer noch nicht herumgesprochen, dass mit zunehmendem Alter zwar die Ansprüche steigen, gleichzeitig aber der eigene Marktwert rapide sinkt?

www.Profilneurotiker.com

Veröffentlicht in Kolumnen um 12:08 von boesepueppi

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Je mehr Menschen sich auf einer virtuellen Plattform begegnen, umso grösser der Anteil derjenigen, denen eine gesunde Denkstruktur im Leben sicher manchen Vorteil erbracht hätte.

Im Zuge der Verrohung unserer Gesellschaft bleibt es leider nicht aus, dass Menschen die Möglichkeit des Internets dazu nutzen, ihren Mitmenschen Unbehagen zu bereiten.
Um gute Ausreden für’s schlechte Benehmen scheint kaum jemand verlegen zu sein. Mal ist es die lieblose Kinderstube, ein anderes mal eine unlängst beendete Beziehung, oder ausbleibende Anerkennung in anderen Lebensbereichen.

Hauptsache, der durch massive Minderwertigkeitskomplexe jahrelang so sorgsam gepflegten Frust, lässt sich an völlig fremden Menschen austoben. Statt vom einstudierten Verhaltensmuster abzulassen, scheint es nicht selten der einfachere Weg der zu sein, andere für das eigene Versagen mitverantwortlich zu machen. Die Anonymität des www gewährt hier manigfaltige Möglichkeiten.

Eine kritische Selbsteinschätzung sowie die wachsende Erkenntnis über den momentanen Ist-Zustand, wären ein guter Ansatz bei der Problembewältigung, dem das Brett vorm Kopf oft die Sicht auf das Wesentliche versperrt.

Um wieviel einfacher erscheint es … das Leben der anderen … und wie kompliziert ist es am Ende dann doch.

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